Wehr - Zur angekündigten Schließung des Novartis-Standorts in Wehr erklärt der GRÜNE Landtagsabgeordnete Niklas Nüssle:
„Die angekündigte Schließung des Standorts Wehr ist ein schwerer Schlag für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für ihre Familien, für die Stadt Wehr und für den gesamten Wirtschaftsstandort Hochrhein. Mehr als zweihundert Beschäftigte stehen nun vor großer Unsicherheit. Das macht mich persönlich sehr betroffen.“
Nüssle kündigt an, sich gemeinsam mit weiteren Abgeordneten aus der Region für die Beschäftigten von Novartis einzusetzen: „Ich erwarte von Novartis, dass der Konzern seiner Verantwortung gegenüber den Beschäftigten und der Region gerecht wird und ihm bewusst ist, welche gravierenden Auswirkungen die Entscheidung vor Ort haben wird.“
Der Landtagsabgeordnete sieht zudem einen klaren Widerspruch zwischen der Schließungsentscheidung und aktuellen europapolitischen Debatten: „Als Vertreter des Landes Baden-Württemberg nehme ich diese Woche an der Plenarsitzung des europäischen Ausschusses der Regionen in Brüssel teil. Hier wird gerade intensiv über die Stärkung der materiellen Krisenvorsorge in der EU beraten. Und über Parteigrenzen hinweg besteht Einigkeit darüber, dass die lokale Arzneimittelproduktion in Europa dringend gestärkt werden muss, um im Krisenfall handlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig soll jetzt aber ein etablierter Pharmastandort in meiner Heimat geschlossen werden, das passt für mich einfach nicht zusammen.“
Kritisch äußert sich Nüssle auch zur Kommunikation des Unternehmens: „Novartis spricht in seiner Mitteilung von einer verantwortungsvollen Zusammenarbeit mit dem lokalen Umfeld. Gleichzeitig wird die Schließung des Standorts im Wesentlichen mit mangelnder Wettbewerbsfähigkeit begründet, während an anderer Stelle Investitionen und neue Anlagen angekündigt werden. Ich bin überzeugt: Wenn Novartis ein echtes Interesse daran hätte, könnte man auch für den Standort Wehr eine zufriedenstellende Lösung für alle finden“ so Nüssle abschließend.